GITARRIST FRANK DIEZ MIT 75 JAHREN VERSTORBEN
Jens-Uwe BerndtTeilen
Einer ganz Großen der deutschen Rockszene ist gegangen: Der Ausnahmegitarrist Frank Diez ist am 1. November wenige Minuten vor seinem 76. Geburtstag nach schwerer Krankheit in einem Berliner Krankenhaus gestorben. Der gebürtige Berliner war einer der profiliertesten deutschen Gitarristen, hatte als einer der ersten hierzulande Blues gespielt, mit Jimi Hendrix gejammt und anschließend eine vielbeachtete Karriere hingelegt: Er war in zahlreichen namhaften Bands verschiedenster Genres aktiv. Er gehörte Atlantis, Frumpy, Karthago, Randy Pie, Snowball, Emergency, Fire Dept. mit Eric Burdon und dem British Blues Quintet an. Dazu begleitete er über viele Jahre Peter Maffay (1974–2004) und spielte auch mit Udo Lindenberg, betrieb mit Colin Hodgkinson das Electric Blues Duo, mit Alex Conti und Ingo Bischof die Bärlin Blues Band und hatte mit seinem 2017 verstorbenen Bruder Stephan als Diez Brothers zwei Alben veröffentlicht. In den letzten 20 Jahren hatte er trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme viele Gigs mit Siggi Schwarz absolviert, mit dem er am 2. Mai letztmals in Friedberg auf einer Bühne gestanden war – nachdem er im Oktober 2025 in Heidenheim an der Seite von Schwarz und seiner Atlantis-Kollegin Inga Rumpf beseelte Momente erlebt hatte. Auch GoodTimes war Diez eng verbunden – für die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe über Chuck Berry hatte er noch in die Computertasten gegriffen und höchst spannend seine Erlebnisse mit dem King Of Rock’n’Roll zu Papier gebracht. Seine Pläne einer Autobiografie bleiben nun leider unvollendet.
Text & Foto: Philipp Roser