ANGEHÖRT: SPLAT! VON DEEP PURPLE

ANGEHÖRT: SPLAT! VON DEEP PURPLE

Nach dem philosophischen Ansatz auf dem Album =1 von 2024 sind Deep Purple auch auf SPLAT! an die Inhalte ihrer Texte konzeptionell herangegangen. Aber wie schon auf dem Vorgänger, dem ersten Album mit dem neuen Gitarristen Simon McBride, sind die Songs äußerst griffig und haben trotz der für Deep Purple typischen Winkelzüge die Fähigkeit, sich schnell im Kopf festzusetzen. Sogar eine jazzige Nummer wie “Guilt Trippin‘“ packt einen. Vermutlich genau wegen der auffälligen Rhythmusstruktur und der faszinierenden Instrumentalalleingänge. Wichtig ist am Ende für den klassischen Deep-Purple-Fan das gerade verwendete Wörtchen „typisch“, denn nach der grandiosen Rückbesinnung auf alte 70s-Stärken, wünscht man sich schließlich ein „Weiter so!“ Und das bekommt man auch: Sollte es tatsächlich noch Rock-Fans geben, die Deep-Purple-Alben nicht blind in den Einkaufskorb legen, dann könnten sie sich vorher das fette “Jessica’s Bra“ anhören, und sie wissen, wo der Hammer hängt. Ach, und am besten “Third Call“ noch hinterher (übrigens mit verstecktem “I Heard It Through The Grapevine“-Zitat). Simon McBride bietet die volle Breitseite und brilliert in seinen Solos wie der neue Stern am Himmel der Gitarrengötter. Und irgendwie scheint Don Airey von dem Jungspund herausgefordert zu sein, denn der Tastenmann hat auf SPLAT! Raum für seine Orgelkunst wie lange nicht. Eigentlich wie noch nie. Und was Airey da seinem Instrument entlockt (wie in “Scared Land“ hin und wieder mit modernem Keyboard-Sound), ist jenseits von Gut und Böse. Da haben wir ihn wieder, diesen Lord-Blackmore-Fight. Nur nicht auf dem Level des Ausstechens, sondern das Airey-McBride-Duell läuft auf der Ebene des sich gegenseitig Befeuerns ab. Das funktioniert sogar bei Songs mit flockigem Pop-Appeal wie “The Only Horse In Town“ – was für eine starke Nummer. Fragt da jemand nach Ian Paice, nach Roger Glover und Ian Gillan? Der Schlagzeuger ist über jede Kritik erhaben und in dem transparenten Mix mit dem Old-School-Klang für sein Instrument allgegenwärtig. Glover okkupiert mit seinem melodiösen Spiel manchmal ganze Passagen für sich. Und Gillan, der Veredler, kann immer noch scharf und giftig, singt aber vor allem in warmen Tönen, denn Kreischattacken sind nicht mehr so seins. Ohne auf der Steve-Morse-Zeit herumreiten zu wollen und sie womöglich schlechter zu reden als sie war: Aber die Alben aus der Ära des einstigen Kansas-Gitarristen erzeugten in der Regel vor allem das Gefühl der Zufriedenheit. Man hörte die Platten und kam von Song zu Songs zu dem Schluss, dass das ja alles gut gelungen sei, diese oder jene Passage richtig stark rüberkam. An die fehlende Emotion, die ausbleibende Begeisterung gewöhnte man sich, denn Deep Purple enttäuschten nie. Jetzt sind sie wieder da die geballte Faust, die Gänsehaut, der wackelnde Kopf, die leuchtenden Augen – und die verdammte Lust, ein Deep-Purple-Album wieder und wieder hören zu wollen.
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